Aktuelle Pflanzenschutzinformationen Nr. 9/2026
Wintergerste
Wachstumsreglereinsatz
Bei einigen Wintergersten spitzt bereits das Fahnenblatt, bei einigen sehr frühen Sorten werden in Kürze die Grannen erscheinen. Ein eventuell notwendiger Wachstumsreglereinsatz mit etephonhältigen Produkten (Cerone 480 SL,Grassrooter) kann ab voll entwickeltem Fahnenblatt erfolgen (bis ES 51-Grannenspitzen). Bis ins Fahnenblatt sind auch noch Moddus, Fabulis OD und Prodax bzw. Medax top+Turbo zugelassen, diese sind nicht so temperaturempfindlich wie Etephon-Produkte. Aktuell sind die Nachttemperaturen für einen Wachstumsreglereinsatz nicht optimal, der Wirkstoff Etephon braucht am Tag mind. 12°C, optimal sind 15-20°C. Nachtfrost darf nach einem Einsatz nicht auftreten. Die Behandlung soll mindestens zwei Tage vor dem Eintreffen einer angekündigten Kaltwetterfront durchgeführt werden. Auf Standorten mit erkennbaren Stresssymptomen durch Trockenheit soll kein Wachstumsreglereinsatz mehr erfolgen.
Herbizideinsatz
Ist noch eine Korrektur mit Herbiziden notwendig, so soll die Ähre mindestens 4 cm lang sein. Das breiteste Produkt ist Ariane C (1,0 l/ha), es erfasst Klettenlabkraut, Kamille, Distel, Ampfer und Kornblume. Gegen Distel hilft zur Unterdrückung 1,5 l/ha Dicopur M oder 37,5 g/ha Express SX, gegen Klettenlabkraut ist z.B. 0,7 l/ha Tomigan 200 möglich. Eine breite Wirkung besitzen auch 25 g/ha Saracen Max und 60 g/ha Flame Duo - beide sind temperaturunabhängig. Klettenlabkraut und Distel werden auch erfasst mit Tomigan XL (1,0 bis 1,5 l/ha), Pixxaro EC (0,4 bis 0,5 l/ha), 0,8-1,0 l/ha Zypar, 0,67 l/ha Croupier OD, 50 g/ha Pointer plus. Bei Ariane C, Dicopur M, Pixxaro EC Zypar und Tomigan XL sollte kein Nachtfrost auftreten.
Treten noch Weidelgräser oder Ackerfuchsschwanzgras auf, kann noch 1,2 l/ha Axial 50 eingesetzt werden. Die Wirkung ist nicht sicher, da es bereits viele resistente Weidelgräser gibt. Eine Mischung mit Wachstumsreglern und anderen Herbiziden ist nicht möglich. Ein Abstand von 5 Tagen ist einzuhalten.
Sind sowohl eine Korrektur gegen Unkräuter als auch ein Wachstumsreglereinsatz notwendig, so können etephonhaltige Produkte nicht mit Herbiziden gemischt werden. Die erste Behandlung soll das Unkraut betreffen, der Wachstumsreglereinsatz muss spätestens bei Grannenspitzen abgeschlossen sein. Wenn beide Maßnahmen notwendig sind, dann sollen beim Einsatzzeitpunkt in Anbetracht der raschen Kulturentwicklung in Bezug auf das Entwicklungsstadium Kompromisse eingegangen werden - d.h. der Herbizideinsatz fällt hier in das Ende der großen Periode (Ährenlänge noch unter 4 cm). Optimal wären fünf Tage zwischen den beiden Behandlungen. Eine Fungizidbeimengung kann - je nach Befallslage - bei einer der Behandlungen erfolgen.
Treten noch Weidelgräser oder Ackerfuchsschwanzgras auf, kann noch 1,2 l/ha Axial 50 eingesetzt werden. Die Wirkung ist nicht sicher, da es bereits viele resistente Weidelgräser gibt. Eine Mischung mit Wachstumsreglern und anderen Herbiziden ist nicht möglich. Ein Abstand von 5 Tagen ist einzuhalten.
Sind sowohl eine Korrektur gegen Unkräuter als auch ein Wachstumsreglereinsatz notwendig, so können etephonhaltige Produkte nicht mit Herbiziden gemischt werden. Die erste Behandlung soll das Unkraut betreffen, der Wachstumsreglereinsatz muss spätestens bei Grannenspitzen abgeschlossen sein. Wenn beide Maßnahmen notwendig sind, dann sollen beim Einsatzzeitpunkt in Anbetracht der raschen Kulturentwicklung in Bezug auf das Entwicklungsstadium Kompromisse eingegangen werden - d.h. der Herbizideinsatz fällt hier in das Ende der großen Periode (Ährenlänge noch unter 4 cm). Optimal wären fünf Tage zwischen den beiden Behandlungen. Eine Fungizidbeimengung kann - je nach Befallslage - bei einer der Behandlungen erfolgen.
Krankheitssituation
Der Krankheitsdruck mit Netzflecken und anderen Krankheiten ist sehr gering, durch die regional sehr unterschiedlichen Niederschläge ist das Infektionsrisiko wieder etwas gestiegen, bisher war aber der Druck auf Grund der Trockenheit relativ gering. Prognosen für ihre Region gibt es auf www.warndienst.at, die eigene Beobachtung bleibt aber weiterhin wichtig. Findet man auf den oberen Blattetagen noch keine Schwellenwertüberschreitungen, so kann der Fungizideinsatz noch bis zum Grannenspitzen/zur freistehenden Ähre hinausgezögert werden. Individuell kann man seinen Bestand auch selbst beurteilen, man nimmt 30 Pflanzen und bonitiert die einzelnen Krankheiten. Bei gitterartigen Netzflecken ist die Grenze 20 % Befallshäufigkeit auf den obersten vier Blättern (ab ES 39 auf F-3 oder F-2 beurteilen, das sind das dritte und das vierte Blatt von oben), die Bekämpfungsschwelle bei aktuellem Mehltaubefall mit weißen, abwischbaren Pusteln besteht bei 50 % Befallshäufigkeit, bei Rhynchosporium Blattflecken bei 50 % Befallshäufigkeit, bei kleinen rostroten Zwergrostpusteln 30 % Befallshäufigkeit auf den Blättern des Haupttriebes. Für Ramularia Sprenkelkrankheit gibt es leider noch keine Bekämpfungsschwelle.
Ist bei spitzendem Fahnenblatt eine Behandlung notwendig, können noch Produkte wie 0,8 l/ha Balaya, 1 l/ha Delaro Forte, 0,75 l/ha Daxur, 0,6-0,75 l/ha Verben, 0,8 l/ha Fandago oder auch 0,8 Input Classic eingesetzt werden - diese decken eine breite Palette von Krankheiten ab. Zwergrost und Mehltau mit Pronto plus (0,75 l/ha) erfasst. Kostengünstige Varianten mit einer guten Netzfleckenwirkung sind auch noch prothioconazolhältige Produkte wie Pecari 300 EC bzw. Protendo 300 EC (0,5 l/ha) oder das neue Joust (0,6 l/ha), schwächer sind Folicur/Mystic 250 EW (1 l/ha) und Caramba/Sirena (1,0 l/ha). Legt man diese Produkte "vor", so kann mit der Behandlung von Ramularia bis zum Ende des Grannenspitzens (ES 59) zugewartet werden, die Grannen dürfen sich noch nicht umgelegt haben.
Ist bei spitzendem Fahnenblatt eine Behandlung notwendig, können noch Produkte wie 0,8 l/ha Balaya, 1 l/ha Delaro Forte, 0,75 l/ha Daxur, 0,6-0,75 l/ha Verben, 0,8 l/ha Fandago oder auch 0,8 Input Classic eingesetzt werden - diese decken eine breite Palette von Krankheiten ab. Zwergrost und Mehltau mit Pronto plus (0,75 l/ha) erfasst. Kostengünstige Varianten mit einer guten Netzfleckenwirkung sind auch noch prothioconazolhältige Produkte wie Pecari 300 EC bzw. Protendo 300 EC (0,5 l/ha) oder das neue Joust (0,6 l/ha), schwächer sind Folicur/Mystic 250 EW (1 l/ha) und Caramba/Sirena (1,0 l/ha). Legt man diese Produkte "vor", so kann mit der Behandlung von Ramularia bis zum Ende des Grannenspitzens (ES 59) zugewartet werden, die Grannen dürfen sich noch nicht umgelegt haben.
Winterweizen
Die Entwicklung der Winterweizen ist sehr unterschiedlich, viele spätgesäte Bestände beginnen erst mit dem Schossen, viele Bestände haben das BBCH 31 schon deutlich erreicht und der zweite Knoten hebt bereits ab. Wenn eine Kürzung notwendig ist, soll diese rasch vor dem Eintreffen der nächsten Kaltfront erfolgen. Zum Einsatz gelangen können 0,2-0,3 l/ha trinexapac-hältige Produkte (z.B. Moddus, Trimaxx, Countdown NT, Calma) + CCC (z.B. 0,9 l/ha Stabilan 400 oder 0,5 l/ha Regulator 720/Palermo 720), 0,3-0,4 l/ha trinexapac-hältige Produkte (z.B. Moddus), 0,5 kg/ha Prodax oder 1,25 l/ha Fabulis OD. Ein Video zum Wachstumsreglereinsatz im Weizen ist hier abrufbar.
Der Krankheitsdruck ist im Weizen weiterhin gering, bei der optischen Bonitur am 20.4. konnten nur wenige Krankheiten festgestellt werden. Bei allen Proben gab es keine Überschreitung von Bekämpfungsschwellen. Details dazu gibt es in der letzten Aussendung. Ein Video über die Warndienstbonitur und die Symtome der Krankheiten gibt es hier.
Der Krankheitsdruck ist im Weizen weiterhin gering, bei der optischen Bonitur am 20.4. konnten nur wenige Krankheiten festgestellt werden. Bei allen Proben gab es keine Überschreitung von Bekämpfungsschwellen. Details dazu gibt es in der letzten Aussendung. Ein Video über die Warndienstbonitur und die Symtome der Krankheiten gibt es hier.
Winterraps
Viele Rapse sind bereits in der Blüte, damit werden die Rapsglanzkäfer nützlich für die Bestäubung und sind nicht mehr bekämpfungswürdig.
Regional sehr unterschiedlich findet man auch bereits viele Kohlschotenrüssler (Kennzeichen: dunkle Farbe und deutlich gebogener Rüssel, kein weißer Punkt am Rücken, keine braunen Fußenden). Durch das vom Rüssler gemachte Bohrloch, kann die Kohlschotenmücke (Auftreten bei warmer windstiller Witterung) ihre Eiablage in die Bohrlöcher des Kohlschotenrüsslers durchzuführen. Wirtschaftliche Schadensschwelle für den Kohlschotenrüssler ist 1 Käfer pro Pflanze. Die Kohlschotenmücke ist schwer von nützlichen Schlupfwespen zu unterscheiden, diese haben bei genauerer Betrachtung eine Wespentaille (Lupe oder Handy-Zoom verwenden).
Nur in windstillen Jahren und bei erfahrungsgemäß auf dem Schlag auftretenden Kohlschotenmücken war in letzter Zeit eine Gefahr gegeben. Sollte eine Behandlung notwendig
sein, so wird das eher nützlingsschonende Mavrik Vita/Evure (0,2 l/ha) empfohlen. Bei Ausbringung muss bei einer Mischung mit ergosterol-hältigen Fungiziden (das sind Azolprodukte wie z.B. Cantus Revy, Propulse, Prosaro) außerhalb der Bienenflugzeit erfolgen. Bienen fligen ab 8°C, Raps wird ab 12°C beflogen, wenn er Nektar abgibt. Ene Tabelle zur Bienengefährlichkeit von Mischungen finden Sie im Download. Auch ohne Mischungen mit Fungiziden wird ein Einsatz außerhalb der Bienenflugzeit empfohlen. Mospilan 20 SG hat in der Blüte keine Zulassung!
Regional sehr unterschiedlich findet man auch bereits viele Kohlschotenrüssler (Kennzeichen: dunkle Farbe und deutlich gebogener Rüssel, kein weißer Punkt am Rücken, keine braunen Fußenden). Durch das vom Rüssler gemachte Bohrloch, kann die Kohlschotenmücke (Auftreten bei warmer windstiller Witterung) ihre Eiablage in die Bohrlöcher des Kohlschotenrüsslers durchzuführen. Wirtschaftliche Schadensschwelle für den Kohlschotenrüssler ist 1 Käfer pro Pflanze. Die Kohlschotenmücke ist schwer von nützlichen Schlupfwespen zu unterscheiden, diese haben bei genauerer Betrachtung eine Wespentaille (Lupe oder Handy-Zoom verwenden).
Nur in windstillen Jahren und bei erfahrungsgemäß auf dem Schlag auftretenden Kohlschotenmücken war in letzter Zeit eine Gefahr gegeben. Sollte eine Behandlung notwendig
sein, so wird das eher nützlingsschonende Mavrik Vita/Evure (0,2 l/ha) empfohlen. Bei Ausbringung muss bei einer Mischung mit ergosterol-hältigen Fungiziden (das sind Azolprodukte wie z.B. Cantus Revy, Propulse, Prosaro) außerhalb der Bienenflugzeit erfolgen. Bienen fligen ab 8°C, Raps wird ab 12°C beflogen, wenn er Nektar abgibt. Ene Tabelle zur Bienengefährlichkeit von Mischungen finden Sie im Download. Auch ohne Mischungen mit Fungiziden wird ein Einsatz außerhalb der Bienenflugzeit empfohlen. Mospilan 20 SG hat in der Blüte keine Zulassung!
Raps-Sklerotinia
Details über das Risiko und die Behandlungsmöglichkeiten sind der vorletzten Aussendung zu entnehmen.
Sojabohne
Dort wo Sojabohne gesät wird und eine Vorauflaufbehandlung geplant ist, muss diese rasch durchgeführt werden, am besten unmittelbar nach dem Anbau oder spätestens am nächsten Morgen. Optimal wäre dann ein Niederschlag von mind. 5mm in den nächsten 10 Tagen. Details zu den Produkten gibt es in der vorletzten Aussendung.
Downloads zum Thema
Links zum Thema
- 16. April 2026
- 21. April 2026
- Der Winterweizen befindet sich derzeit am Beginn des Schossens im Entwicklungsstadium 30. Ab jetzt ist die Kürzung des Weizens möglich. Worauf es dabei ankommt und welche Produkte und Kombinationen es gibt, wird im Video erklärt.
- Im Winterweizen ist es besonders wichtig, Fungizid-Applikationen zum richtigen Zeitpunkt durchzuführen. Nur so lassen sich Erträge absichern und Kosten effizient reduzieren. Der Warndienst unterstützt bei der Entscheidung, ob und wann ein Fungizideinsatz sinnvoll ist. Er ersetzt jedoch nicht die regelmäßige Kontrolle des eigenen Weizenbestandes.
- Viele Wintergersten haben in den letzten Tagen das Entwicklungsstadium 30 erreicht und befinden sich damit am Beginn des Schossens. Um die weitere Entwicklung der Gerste abzusichern, wird in den nächsten Tagen, zwischen ES 30 und ES 32, der Einsatz von Wachstumsreglern empfohlen. Was dabei zu beachten ist, wird im Video erläutert.