Neue Versorgungsempfehlungen für Milchvieh: Mineralstoffe
Der Ausschuss für Bedarfsnormen (AfBN) der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) hat nach über 20 Jahren eine völlig neue und sehr umfangreiche Überarbeitung der "Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Milchkühen" veröffentlicht. Dabei wurde ein neues System der Energie- und Proteinversorgung vorgestellt, welches in den kommenden Jahren in der Praxis umgesetzt wird. Dies bringt auch Änderungen bei der Futtermittelanalyse und der Berechnung der einzelnen Nährstoffgehalte mit sich.
Im Zuge dieser Arbeit wurden auch die Versorgungsempfehlungen für die Mineralstoffe und Vitamine überarbeitet. Bei der Erarbeitung neuer Normen wurden aktuelle Untersuchungen der letzten beiden Jahrzehnte und alle relevanten Ergebnisse und Bedarfsnormen anderer Länder z.B. USA, Frankreich, Niederlande etc. berücksichtigt. Dies bedeutet, dass nun wieder eine ganz aktuelle Version mit Empfehlungen für die optimale Versorgung von Milchkühen vorliegt, auf die in der Beratung, Lehre und Praxis gebaut werden kann.
Im Zuge dieser Arbeit wurden auch die Versorgungsempfehlungen für die Mineralstoffe und Vitamine überarbeitet. Bei der Erarbeitung neuer Normen wurden aktuelle Untersuchungen der letzten beiden Jahrzehnte und alle relevanten Ergebnisse und Bedarfsnormen anderer Länder z.B. USA, Frankreich, Niederlande etc. berücksichtigt. Dies bedeutet, dass nun wieder eine ganz aktuelle Version mit Empfehlungen für die optimale Versorgung von Milchkühen vorliegt, auf die in der Beratung, Lehre und Praxis gebaut werden kann.
Mengenelemente
Die bedarfsgerechte Versorgung von Milchkühen mit den Mengenelementen Calcium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium und Chlor ist Grundlage für Gesundheit, Fruchtbarkeit und Leistung.
Sie erfüllen eine Vielzahl von Aufgaben im Organismus und müssen in Abhängigkeit der Milchleistung bedarfsgerecht vorgelegt werden. Eine Unterversorgung ist unbedingt zu vermeiden, da sie negative Effekte auf Leistung und Fruchtbarkeit zur Folge hat. Aber auch eine Überversorgung ist kontraproduktiv. Viele Mengenelemente lösen einen sogenannten Antagonismus aus. Das bedeutet, dass durch die überbordende Gabe eines Mineralstoffes die Verwertung eines anderen vermindert wird. Wird beispielsweise Calcium stark überdosiert, hat dies negative Auswirkungen auf die Verwertung von Magnesium, Kalium, Kupfer, Zink und Mangan. Ein ähnlicher Zusammenhang trifft für Phosphor zu, wo ebenfalls die Spurenelemente Kupfer und Mangan betroffen sind. Viele Rationen weisen in der Praxis einen Überschuss an Kalium auf. Dies hat negative Effekte auf die Verwertung von Calcium, Magnesium und Natrium.
Sie erfüllen eine Vielzahl von Aufgaben im Organismus und müssen in Abhängigkeit der Milchleistung bedarfsgerecht vorgelegt werden. Eine Unterversorgung ist unbedingt zu vermeiden, da sie negative Effekte auf Leistung und Fruchtbarkeit zur Folge hat. Aber auch eine Überversorgung ist kontraproduktiv. Viele Mengenelemente lösen einen sogenannten Antagonismus aus. Das bedeutet, dass durch die überbordende Gabe eines Mineralstoffes die Verwertung eines anderen vermindert wird. Wird beispielsweise Calcium stark überdosiert, hat dies negative Auswirkungen auf die Verwertung von Magnesium, Kalium, Kupfer, Zink und Mangan. Ein ähnlicher Zusammenhang trifft für Phosphor zu, wo ebenfalls die Spurenelemente Kupfer und Mangan betroffen sind. Viele Rationen weisen in der Praxis einen Überschuss an Kalium auf. Dies hat negative Effekte auf die Verwertung von Calcium, Magnesium und Natrium.
Neue Versorgungsempfehlungen
Die neuen Empfehlungen bringen bei den meisten Mengenelementen spürbare Änderungen. In Tabelle 1 sind die neuen Gehalte für trockenstehende Kühe und für Kühe in Milch je nach Leistungshöhe dargestellt. Die Bedarfszahlen zeigen auch die unterstellte Futteraufnahme in Kilogramm Trockenmasse pro Tier und Tag (IT = intake).
Mit Ausnahmen von Calcium haben sich die Bedarfszahlen stark geändert:
- Phosphor: die Verwertung von Phosphor durch Wiederkäuer ist höher als bisher angenommen und wurde von 70 auf 80 Prozent erhöht. Dies bewirkt eine Absenkung der Bedarfswerte um durchschnittlich 12 Prozent.
- Magnesium: mit steigender Leistung steigt auch der Bedarf gegenüber den bisherigen Werten um bis zu 40 Prozent an. Zudem wird die schlechtere Verwertung von Magnesium bei hohen Kaliumgehalten in der Gesamtration berücksichtigt.
- Natrium: ein höherer Bedarf um etwa 15 Prozent besonders auch im Zusammenwirken mit Kalium wird angenommen.
- Kalium: es werden höhere Bedarfswerte um etwa 30 Prozent angenommen und auch der negative Einfluss hoher Kaliumwerte auf Magnesiumverwertung berücksichtigt.
- Chlor: die Bedarfszahlen wurden um etwa 25 Prozent angehoben.
Sicherheitszuschläge
Die neuen Empfehlungen bedeuten für die Zusammenstellung der Milchviehrationen doch wesentliche Änderungen. Besonders die Absenkung der Empfehlung für Phosphor sollte in der Praxis umgesetzt und genutzt werden. Mineralfuttermittel mit niedrigem bzw. ohne Phosphor können ohne Leistungseinbußen verwendet werden. Alle Empfehlungen enthalten einen Sicherheitszuschlag, sodass ein "über den Bedarf füttern" nicht notwendig ist.
Futtermittelanalysen
Um die neuen Empfehlungen in die Praxis umzusetzen, ist nach korrekter Probenziehung eine Analyse der Grundfuttermittel im Futtermittellabor Rosenau dringend zu empfehlen. Die Analysenergebnisse werden automatisch in das Online-Rationsprogramm des RDV übertragen und sollten unbedingt für die Berechnung der Rationen genutzt werden. Alle neuen Bedarfsempfehlungen sind dort bereits umgesetzt.
Genauere Informationen finden sich auch in der neuen Ausgabe "Effiziente Mineralstoff- und Vitaminversorgung von Milchkühen" ÖAG-Info 4/2025, HBLFA Raumberg-Gumpenstein, www.gruenland-viehwirtschaft.at
Nutzen Sie auch das Beratungsangebot der LK-Fütterungsberatung.
Genauere Informationen finden sich auch in der neuen Ausgabe "Effiziente Mineralstoff- und Vitaminversorgung von Milchkühen" ÖAG-Info 4/2025, HBLFA Raumberg-Gumpenstein, www.gruenland-viehwirtschaft.at
Nutzen Sie auch das Beratungsangebot der LK-Fütterungsberatung.