Land & Leben
Essen, das einheizt
Wenn es draußen klirrend kalt ist, braucht unser Körper vor allem eines:
Wärme von Innen.
Am besten gelingt das mit regionalen,
saisonalen Lebensmitteln
und traditionellen
Zubereitungsarten – genau
so, wie es unsere Großeltern
intuitiv richtig gemacht haben
und wie es heute in der
modernen Ernährungswissenschaft
oder etwas in TCM
oder Ayurveda wieder empfohlen
wird.
Gekochte Speisen statt Rohkost
Wer leicht friert, sollte vor allem
eines tun: warm essen.
Klingt logisch – und wirkt sofort.
Denn wer den Körper von
innen wärmen möchte, beginnt
am besten damit, den
Herd einzuheizen.
Gerade im Winter haben wir
automatisch Lust auf herzhafte,
lange gekochte Gerichte
wie Suppen, Eintöpfe,
Braten oder Schmorgerichte.
Alles, was langsam köchelt –
etwa Rind- oder Hühnersuppe,
Bohnengulasch, Wildragout,
Krautwickler oder Ofengemüse
– spendet nachhaltige
Wärme und ist besonders
bekömmlich. Nicht umsonst
empfehlen auch TCM und Ayurveda
genau diese Zubereitungsarten,
um die Körpermitte
zu stärken.
Auch der Start in den Tag
gelingt wohliger, wenn das
Frühstück warm ist: Ein cremiger
Getreidebrei, ein Ei-Gericht
oder sogar eine kleine
Suppe bringen den Körper
auf sanfte „Wohlfühltemperatur“.
Saisonales aus der Region als natürliche Wärmespender
Nährstoffreiche Zutaten wie
Wintergemüse, Hülsenfrüchte,
Nüsse und Saaten, Getreide,
Pilze, hochwertige Öle
sind wärmstens zu empfehlen,
denn sie sind der Schlüssel
dazu, wie wir unser Immunsystem
durch Ernährung stärken
können. In der kalten Jahreszeit
sollten wir zu herzhaften
Kohlgemüse (Chinakohl,
Grünkohl, Kraut, Wirsingkohl
etc.), bunten Wurzelgemüse
(Pastinaken, Schwarzwurzeln,
Sellerie, bunte Rüben, Halmrüben
usw.), Zwiebelgemüse
(Lauch, Knoblauch, Zwiebel),
Knollengemüse wie Süßkartoffeln,
Topinambur etc. greifen.
Diese Lagergemüse haben
die Sonne und volle Kraft der
Sommer- und Herbstmonate
gespeichert und sind perfekt,
um die innere Heizung anzukurbeln.
Nicht zu vergessen
ist fermentiertes Gemüse, als
winterliches Powergemüse aus
dem Gärtopf – ob klassisches
Sauerkraut oder scharfes Kimchi.
Hülsenfrüchte wie Bohnen,
Linsen oder Kichererbsen
lassen sich wunderbar zu Suppen,
Curries und Eintöpfen
veredeln. Beim Fleisch werden
rote Sorten wie z.B. Rind- oder
Wildfleisch zu den wärmenden
Lebensmitteln gezählt. Bei
Fisch gelten Fischarten mit höherem
natürlichem Fettgehalt
wie Wels/Waller oder Karpfen
als wärmend. Beim Obst sind
Trockenfrüchte und Kompotte
(Birne, Quitte etc.), Röster
(Holler, Zwetschke) oder Mus
(Apfel, Hagebutte,) ein heißer
Tipp. Zitrusfrüchte zählen genauso
wie z.B. Gurken, Erdbeeren
oder Zucchini zu den kühlenden
Lebensmitteln.
Gewürze mit Wärmekraft
Viele Gewürze wirken wie kleine
Heizkörper. Ein Griff ins Gewürzregal
zu: Kümmel, Thymian,
Majoran, Lorbeer, Wacholderbeeren,
Fenchel, Anis, Knoblauch,
Kren, Senf, Ingwer,
Kurkuma, Zimt, Kardamom,
Nelken uvm., lohnt sich. Die
Aromaten bringen nicht nur
mehr Genuss, sondern fördern
ganz nebenbei auch die Verdauung
und Durchblutung.
Duftende Kräuter- oder Früchtetees
machen natürlich auch
ein wohlig warmes Gefühl.
Die kulinarische Winterregel lautet also:
Die kulinarische Winterregel lautet also:
- kochen statt roh essen
- warm statt kalt genießen
- regional & saisonal statt exotisch & weit gereist