Ziel der Tour bleibt es, Anliegen,
Kritik und Ideen der Bäuerinnen
und Bauern direkt vor
Ort aufzunehmen und gemeinsam
Lösungen zu diskutieren.
Am 14. Jänner fand in der LFS
Kleinraming der traditionelle
Jahresauftakt der Bezirksbauernkammer
Kirchdorf-Steyr
mit der ersten Diskussionsveranstaltung
der LK-Oberösterreich
statt. Zahlreiche Bäuerinnen
und Bauern nutzten die
Möglichkeit zum Austausch
mit LK-Präsident Franz Waldenberger
und Kammerdirektor
Karl Dietachmair, die auf
die aktuelle agrarpolitische
Lage und zentrale Themen der
Interessenvertretung eingingen.
Im Fokus des Abends standen
Wandel, Mut und Weiterentwicklung
– Themen, die
sich wie ein Leitmotiv durch
das Programm zogen. Besonders
eindrucksvoll präsentierte
die Familie Gerstmayr aus
Wolfern ihren Betrieb und
zeigte, wie Fortbildung, unternehmerischer
Weitblick und
Innovationsbereitschaft die
Grundlage für eine erfolgreiche
Weiterentwicklung bilden.
BBK-Obfrau Regina Aspalter
und die Kammerführung stellten
außerdem die aktuellen
Leistungsdaten der Bezirksbauernkammer
vor. Im weiteren
Verlauf sprachen Waldenberger
und Dietachmair auch die
laufenden Diskussionen zur
zukünftigen Ausrichtung der
LK OÖ an. Sie betonten die Bedeutung
einer stabilen, gut organisierten
und geschlossenen
Interessenvertretung, um in
zentralen agrarpolitischen Verhandlungen
weiterhin wirksam
auftreten zu können.
Am 22. Jänner wurde die Dialogreihe
an der HBLA Elmberg
fortgesetzt, wo BBK-Obmann
Peter Preuer die Besucherinnen
und Besucher begrüßte.
Ein besonderer Impuls kam
von der Vorsitzenden des Bäuerinnenausschusses,
Johanna
Haider, die darauf hinwies, dass
2026 von den Vereinten Nationen
zum „Internationalen Jahr
der Bäuerin“ erklärt wurde.
Dieses Jahr stelle die Leistungen
der Frauen in Land-, Forstund
Ernährungswirtschaft
bewusst in den Mittelpunkt.
Haider betonte, dass Anerkennung,
Sichtbarkeit und faire
ökonomische Rahmenbedingungen
entscheidend seien,
um den Beitrag der Bäuerinnen
langfristig zu stärken.
Die Kammerführung nutzte
den Abend, um Fragen zur
strukturellen Weiterentwicklung
der Kammer zu erläutern
und auf die aktuelle Situation
in der LK OÖ einzugehen. In
der Diskussion zeigte sich, dass
viele Betriebe vor allem mit zunehmender
Bürokratie, unsicheren
Vorgaben und komplexen
Investitionsentscheidungen
konfrontiert sind.
Mercosur als dominierendes Thema
Ein Thema, das sowohl in Steyr
als auch in Urfahr für intensive
Debatten sorgte, war das Mercosur-
Handelsabkommen. Viele
Teilnehmende äußerten Sorge,
dass ein unausgewogenes
Abkommen zusätzlichen Preisdruck
erzeugen und die heimische
Qualitätsproduktion gefährden
könnte. Die Kammerführung
stellte klar, dass Österreichs
Landwirtschaft zwar offen
für internationale Handelsbeziehungen
sei, dafür jedoch
faire und gleichwertige Produktionsstandards
notwendig
seien. Importe dürften nicht
unter weniger strengen Umwelt-,
Tierwohl- oder Sozialauflagen
auf den Markt gelangen.
Dialog als Grundlage für die weitere Arbeit
Die Rückmeldungen aus Steyr
und Urfahr werden nun in die
laufende fachliche Arbeit der
LK OÖ aufgenommen und im
weiteren Prozess berücksichtigt.
Die ersten beiden Termine
zeigten, wie wertvoll der
direkte Austausch ist, um Herausforderungen
frühzeitig zu
erkennen und Lösungsansätze
zu entwickeln. In den kommenden
Wochen wird die Dialogreihe
in allen Bezirken fortgesetzt
– mit dem Ziel, Perspektiven
für eine starke, vielfältige
und wirtschaftlich stabile
Landwirtschaft zu erarbeiten.
Alle weiteren Termine
findet man in der Veranstaltungsübersicht
auf Seite 3 und
auch in lk-online.