Geflügel “vorsichtig“ im Aufwind
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...u.a. mit v.l. Bauernbund-Präsident Georg Strasser und LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger. © Jung-Leithner
LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger © Jung-Leithner
Martin Gressl, Leiter des Qualitätsmanagements in der AMA Marketing © Jung-Leithner
Podiumsdiskussion © Jung-Leithner/LKÖ
Für positive Stimmung sorgt derzeit, dass in dieser Branche Nachfrage und Preise passen und auch wieder Investitionen stattfinden. Wehrmutstropfen ist allerdings, dass die aktuelle Aufbruchstimmung auf massive Geflügelpestausbrüche in anderen Ländern zurückzuführen ist. Auch Bürokratie und Raumordnung zählen zu den Herausforderungen.
Dass sowohl Eier, als auch Geflügelfleisch dem Konsumentenwunsch nach eiweißreichen, leicht zubereitbaren Lebensmitteln entsprechen, erfreut den Obmann der Geflügelwirtschaft Österreich, Markus Lukas. “Geflügel hat in Europa derzeit ein richtiges Hoch. Daraus lässt sich viel Zukunft säen“, so der Steirer, der von geplanten Investitionen berichtete, die hierzulande innerhalb von zwei Jahren zu 500.000 zusätzlichen Legehennen führen sollen. Auch zeigte er sich überzeugt, dass Schlachthöfe und Abpackstationen, die aktuell nach Partnerbetrieben suchen, die Situation gut im Auge behalten und vor einem Überschuss bewahren werden.
Dass sowohl Eier, als auch Geflügelfleisch dem Konsumentenwunsch nach eiweißreichen, leicht zubereitbaren Lebensmitteln entsprechen, erfreut den Obmann der Geflügelwirtschaft Österreich, Markus Lukas. “Geflügel hat in Europa derzeit ein richtiges Hoch. Daraus lässt sich viel Zukunft säen“, so der Steirer, der von geplanten Investitionen berichtete, die hierzulande innerhalb von zwei Jahren zu 500.000 zusätzlichen Legehennen führen sollen. Auch zeigte er sich überzeugt, dass Schlachthöfe und Abpackstationen, die aktuell nach Partnerbetrieben suchen, die Situation gut im Auge behalten und vor einem Überschuss bewahren werden.
Appell an Eigenverantwortung
Märkte primär auf Basis von Seuchensituationen zu entwickeln, könne nicht das Zukunftsziel sein, sondern höchstens mit Vorsicht behandelt werden, betonte LKÖ-Präsident Josef Moosbrugger. Er appellierte an die Eigenverantwortung der Betriebe zur Einhaltung von Biosicherheits- und Hygienemaßnahmen und verwies auf die verschiedensten Hilfestellungen der Landwirtschaftskammern - von Broschüren bis Webseite. In dieselbe Kerbe schlug Martin Gressl, Leiter des Qualitätsmanagements in der AMA Marketing, der Biosicherheit als “Mega-Herausforderung“ sieht und von dreistufigen Hygieneschleusen in schwedischen und norwegischen Betrieben berichtete.
Unterschied zu Industriebetrieben
Als massive Herausforderung bezeichnete Moosbrugger auch die Bürokratie, insbesondere infolge des Green Deals. “Mit diesen Maßnahmen schwächt man die europäische Wettbewerbsfähigkeit. Ich sage immer: Wenn man eine Regelung wegbringt, kommen drei neue, zusätzliche daher. Insbesondere die Industrieemissionsrichtlinie bereitet uns Schwierigkeiten - gerade in der Geflügelbranche. Wir haben wenig Verständnis, dass landwirtschaftliche Familienbetriebe hier in den gleichen Topf wie größte Industrieunternehmen geworfen werden“, forderte Moosbrugger Entschärfungen. Auch Bau- und Raumordnung bereiten durchaus Probleme. “In Deutschland ist gar kein Bauen mehr möglich“, berichtete Lukas.
Zukunftsweisendes AMA Gütesiegel
Als Chance werden bessere Herkunftsauslobungen gewertet - auch im Rahmen des AMA Gütesiegels. Das Tierhaltung Plus-Stufensystem soll in enger Abstimmung der Landwirtschaft mit den Verarbeitungsbetrieben weiterentwickelt werden, so Gressl. Zusätzliches Marktpotenzial wird außerdem im “Aktionsplan für die nachhaltige Beschaffung“ gesehen, der von BMLUK-Abteilungsleiter Elmar Ritzinger vorgestellt wurde. Als wichtig wird auch die lebensnahe Kommunikation der österreichischen Vorzüge gewertet, wobei Initiativen wie die Farmfluencer von Bauernbund-Präsident Georg Strasser und Stadt.Land.Tier von der Geschäftsführerin der Nachhaltigen Tierhaltung Österreich (NTÖ), Johanna Prodinger, präsentiert wurden.