Baum fällt!
Die Arbeit im Wald zählt zu den körperlich anspruchsvollsten und gefährlichsten Tätigkeiten: Forstarbeiterinnen und Forstarbeiter sind täglich mit schweren Maschinen, scharfem Werkzeug, wechselnden Witterungsbedingungen und schwierigem Gelände konfrontiert. Besonders bei motormanuellen Arbeiten wie der
Holzernte mit der Motorsäge besteht ein hohes Unfallrisiko, etwa durch unkontrollierte Fallrichtungen, herabfallende Äste oder gespannte Stämme – vor allem bei der Aufarbeitung von Sturm- und Schadholz ist daher höchste Aufmerksamkeit erforderlich.
„Waldarbeit kann eine bereichernde und sinnstiftende Tätigkeit sein, die darüber hinaus aktuell einen sehr positiven Beitrag zum Einkommen leistet. Vor allem Stress und unnötige Risiken schaffen gefährliche Situationen. Viele dieser Gefahrenmomente sind vermeidbar. Nehmen wir uns die Zeit, so risikoarm wie möglich im Wald zu arbeiten“, appelliert Forst-Landesrätin Michaela Langer-Weninger.
Tödliche Forstunfälle betreffen Menschen aller Altersgruppen – von jungen Erwachsenen bis hin zu Personen über 80 Jahre. Eine sichere Waldarbeit setzt fachliche Qualifikation, fundierte Kenntnisse der Sicherheitsvorschriften sowie den Einsatz geeigneter, technisch einwandfreier Maschinen voraus.
Veranstaltungsreihe „Sicher bei der Waldarbeit“
An sechs Terminen werden wesentliche Aspekte der Arbeitssicherheit im Umgang mit der Motorsäge und der Arbeit im Wald behandelt. „Unfallprävention braucht zwei Elemente: Wissen und Ausrüstung. Die SVS deckt mit ihrer neuen groß angelegten Sicherheitsoffensive beides ab. Wir investieren 13 Millionen Euro in diese Sicherheit für unsere Versicherten. Jeder Versicherte erhält für Maßnahmen zur Unfallprävention einen 100 Euro Bonus, den „Sicherheitshunderter“, erläutert SVS-Obmann Peter Lehner.
Sicher im Wald: Ausbildung als Schlüssel zur Unfallvermeidung
Die Arbeit im Wald zählt nach wie vor zu den unfallträchtigsten Tätigkeiten in der Land- und
Forstwirtschaft. Umso wichtiger ist es, Risiken nicht dem Zufall zu überlassen, sondern ihnen mit fundierter Ausbildung, laufender Weiterbildung und praxisnaher Beratung
entgegenzutreten. Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich (LK OÖ) setzt hier seit Jahren einen klaren Schwerpunkt in der Aus- und Weiterbildung. „Jeder Unfall im Wald ist einer zu viel. Mit Wissen, Übung und der richtigen Vorbereitung können viele Gefahrensituationen entschärft oder ganz vermieden werden. Ich unterstütze alle
Ausbildungs- und Weiterbildungsschienen der Landwirtschaftskammer in diesem Bereich, weil sie Land- und Forstwirtinnen und -wirte konkret dabei unterstützen, gesund von der Arbeit im Wald nach Hause zu kommen“, betont die Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer OÖ, Rosemarie Ferstl, die auch Landesstellenvorsitzende-Stellvertreterin der SVS in Oberösterreich ist.
„Dass gefährliche Situationen überhaupt entstehen, hat oft mit einem Mangel an Routine und Fachwissen zu tun. Am häufigsten scheitert es jedoch daran, dass man sich nicht genügend Zeit für die Vorbereitungs- und Sicherheitsarbeiten nimmt und sich Personen im
Gefahrenbereich aufhalten. Die Fällung ist die gefährlichste Tätigkeit. Hierbei passieren knapp zwei Drittel der schwersten Unfälle“, so der Leiter der Forstlichen Ausbildungsstätte in Traunkirchen, DI Florian Hader. Die Forstliche Ausbildungsstätte Traunkirchen - kurz FAST - bietet Aus- und Weiterbildung im Bereich Forstwirtschaft an.