Agrarausblick 2026: Entscheidende Weichenstellungen für die Landwirtschaft stehen bevor
Die heimische Land- und Forstwirtschaft ist gemeinsam mit der Wertschöpfungskette im Lebensmittelbereich nicht nur eine tragende Säule der österreichischen Wirtschaft, sondern auch ein unverzichtbarer Faktor für Versorgungssicherheit, Klimaschutz und die Stärkung der europäischen Autonomie. Die Krisen der vergangenen Jahre haben gezeigt, wie essenziell eine stabile und unabhängige Lebensmittelproduktion ist. 2026 wird zum Schlüsseljahr: Die Verhandlungen über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2028 und den EU-Finanzrahmen, die Entscheidung zum Mercosur-Abkommen, die Umsetzung des EU-Ukraine-Handelsabkommens sowie die Einführung von Klimazöllen für Düngemittel stellen die Landwirtschaft vor enorme Herausforderungen. Hinzu kommt eine Flut an EU-Regulierungen, die praxistauglich gestaltet werden müssen.
„Wir brauchen faire politische Rahmenbedingungen und ein klares Bekenntnis zur Produktionsfunktion der Landwirtschaft“, betont LK-Präsident Franz Waldenberger. „Die bäuerlichen Familienbetriebe hängen mit ihrer wirtschaftlichen Existenz unmittelbar von politischen Entscheidungen ab. Das Jahr 2026 entscheidet, ob wir Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit in Europa erhalten können.“
Überzogene EU-Regulatorik geht zu Lasten bäuerlicher Familienbetriebe
Mit der Umsetzung des Green Deal hat die EU eine Welle an Vorschriften ausgelöst, die für viele Betriebe kaum praxistauglich sind. Starre Vorgaben, fehlende Flexibilität und bürokratische Hürden führen zu wachsender Ablehnung – besonders in der Land- und Forstwirtschaft. Viele dieser Regelungen sind für große agroindustrielle Betriebe machbar, nicht aber für kleinstrukturierte Familienbetriebe. „Es braucht weniger Ideologie und mehr praxistaugliche Lösungen, die unsere Betriebe nicht mit überbordenden Auflagen belasten“, betont Kammerdirektor Karl Dietachmair.
Zukunftsinvestitionen brauchen stabile politische Rahmenbedingungen
„Wir merken in der Bildungs- und Beratungsarbeit, dass sich die Bäuerinnen und Bauern weiterhin intensiv mit der strategischen Weiterentwicklung ihrer Betriebe beschäftigen und auf eine entsprechende Planungssicherheit für anstehende Investitionen warten“, erklärt Kammerdirektor Mag. Karl Dietachmair. „2026 muss das Jahr sein, in dem wir Investitionen nicht bremsen, sondern beschleunigen“, unterstreicht Dietachmair.